Tag 39: Mexikaneralarm und dampfende Klamotten…

Leute, vielleicht ist Galicien nett und bietet schöne Landschaften… Aber es bietet soy_ viel schreckliches, schlimmes und schlammiges Wetter, dass dieser Ort wirklich… Also.. Ich hasse ihn… Wirklich… Sehr… Ich hasse ihn mit jeder Faser meines Körpers und ich denke Galicien weiß das und versucht mich mit all seinen schönen Reizen zu ködern… Pfützen, schlammigen Wegen, Straßen, auf denen einem Rinnsale entgegenkommen… Doch diese Schönheit verfängt bei mir nicht.. Sogar die Kühe stehen resigniert auf den Weiden und sehnen sich den Schlachthof herbei… Ich bin geneigt, Ihnen zuliebe hier Fleisch zu essen… Doch noch hat dieses Land mich noch nicht besiegt…

Doch zuerst einmal erwachte ich. Und ich wusste, ich bin in Galicien. Darum erwachte ich nicht gerne. Doch mir blieb nichts anderes übrig. Ich weiß, meine Regenkleidung ist schlecht, doch selbst Leute mit guter Regenkleidung sagen, sie sind spätestens nach 2 Stunden nass… Der Regen kommt streckenweise sogar von unten. Alle fluchen also, während die Eingeborenen fassungslos Dringlichkeitssitzungen in ihren trostlosen Steinhaufen, die sie Häuser nennen, abhalten und sich über die Dürrekatastrophe auszulassen, die derzeit Galicien heimsucht. Der Klimawandel ist da. Nie zuvor regnete es so wenig in Galicien. An einigen Stellen im Land gab es sogar mal eine halbe Stunde ganz ohne Regen und ein Bauer wollte sogar mal ein Fetzen blauen Himmel gesehen haben… So einen schlimmen Hitzewinter hatte man hier schon lange nicht mehr.

Es regnete durchgehend. Und es ging bergauf. Auf schlammigen und pfützigen Wegen und es war einfach weder angenehm, noch spirituell, noch schön für mich. Vielleicht für andere… Doch ich konnte den Reiz der Landschaft nicht genießen. Ich fragte einen Einheimischen, warum er hier lebt und er zuckte die Schultern und sagte:“ Naja, es ist grün.“ Kein Witz. Ich fragte mich, ob er Schwimmhäute zwischen den Zehen hat. Doch da sein Hund dabei war fragte ich ihn das nicht.

Ich triefte und steuerte die nächste Taverne an, die ich fand. Sie hatte einen Ofen. Ich zog mich bis aufs Shirt und Unterhose aus und trocknete meine Sachen, die sofort dampften, weil sie so nass waren… Meine Schuhe und Strümpfe blieben aber nass… Jedoch zeigte mir der Blick nach draußen, dass ich gegen Windmühlen kämpfte, denn ich musste weiter durch den Regen. Ich beschloss statt 30 nur 15km nach Melide zu gehen, denn ich war einfach nass.

Aber ich beschloss auch dass Santiago mein Endpunkt ist und ich dann per Bus nach Finisterre fahre und dort das Ritual mache. Das Wetter ist einfach nicht meins und den Camino habe ich dann erfolgreich beendet. Ich denke, das ist dann nach knapp 6 Wochen auch ein guter Endpunkt für eine tolle und große Reise.

Ich möchte mein Fazit nicht dem Regengrau überlassen, egal wie schön Galicien auch ist… Der Bauer hatte recht, es ist grün, doch mir ist das zu wenig…

Und mitten in meiner schlechten Laune sah ich tatsächlich im Regen eine Schulklasse Steine auf einem Feld sammeln und am Feldrand aufschichten und das war so traurig und trostlos, dass ich beinahe weinen. Musste… Doch nur beinahe, denn ich war voller Zorn aufs galicische Wetter.

Morgen soll es such regnen. Ju… Äh… Huuu… 😐 Und in dem Moment, als ich in der Herberge ankam, hörte es auf zu regnen. Toll. Gaaanz toll.

Doch in der Herberge traf ich 2 Mexikaner. Und wenn ich Menschen noch lieber mag als Koreaner und Indianer, sind es Mexikaner. Ich mag sie. Sie sind nett, freundlich, feiern gerne und sagen lieber was nettes als was doofes. Und sie reden nicht so viel wie Spanier.

An dieser Stelle liebe Grüße an Edwin nach Guadalajara 🙂 ❤️

Das rettete meinen Tag und ich freue mich die beiden getroffen zu haben ^^.

Morgen mache ich so viele km wie möglich. Aufgrund von Nässe werdens wohl nur 15. Und Sonntag geht’s dann heim

Ich freue mich schon auf die nächsten Etappen und bin gewillt, Ihnen etwas Gutes abzugewinnen ^^

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3 Kommentare zu „Tag 39: Mexikaneralarm und dampfende Klamotten…

  1. Wärst Du doch besser in Pamplona geblieben. Hier regnet es nur und heute schneite es auch mal 5 Flocken.
    Galicien ist wirklich schön, Du siehst es nur nicht.
    Wie im wahren Leben – wenn denn mal die Wolken tief hängen, ist es schwierig, die Sonne dahinter zu sehen.
    Ultreia

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    1. Deal 🙂 Galicien ist auch schön. Ich habe im. Blog absichtlich übertrieben. Aber der Regen zehrt schon denn ich bin. Komplett nass weil meine Sachen doof sind und das belastet mich und nimmt den Spaß… Aber schön ist Galicien auf jeden fall

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